Die Balanced Scorecard

das Ziel nie aus den Augen verlieren!


Liebe Leser,

Wir hören immer wieder etwas von Begriffen wie Positionierung, Strategieentwicklung und Erfolgspositionen. Doch was ist eigentlich damit gemeint?

Ganz banal erklärt: Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Jeder hat etwas, das er besser kann, und etwas, das er weniger gut kann. Jeder Mensch versucht, sich seiner Stärken und seiner Schwächen bewusst zu werden und diese für sich zu nutzen.


Diese Stärken nennt man in der Wirtschaft „strategische Erfolgspositionen“.


Sobald ich als Mensch ein Ziel verfolge, überlege ich mir eine Taktik, wie ich dieses Ziel am schnellsten erreichen kann. Am besten erreiche ich ein Ziel, in dem ich mir meiner Stärken bewusst bin und sie gekonnt einsetze. Auch Unternehmen nutzen ihre Stärken, um schneller ans Ziel zu kommen. Der Plan bzw. die Taktik werden im Rahmen der Strategieentwicklung festgelegt.


Was ist nun Positionierung? Einfach ausgedrückt: Angenommen, ich kenne mich fantastisch mit Computern aus. Jeder meiner Freunde weiß, dass sie zu mir kommen können, wenn sie Probleme mit ihrem Computer haben. Nichts anderes ist Positionierung. Man ist bekannt für etwas, man steht für etwas, das man besonders gut kann.


Was ist die Balanced Scorecard?
Die Balanced Scorecard definiert Ziele für ein Unternehmen. Die Stärken des Unternehmens sollen dafür genutzt werden, diese Ziele zu erreichen. Die Ziele sind dabei aber nicht vage formuliert, sondern sehr konkret – sprich: in Kennzahlen. Es werden Maßnahmen überlegt, wie diese Kennzahl – dieses Ziel – erreicht wird. Das Besondere an einer BSC ist aber, dass man sich dabei nicht nur auf finanzielle Ziele versteift, sondern auch Dinge wie Mitarbeiterzufriedenheit, Kundenzufriedenheit und, wie gut und wie schnell etwas umgesetzt wird, betrachtet. Sprich: All das, was für den Erfolg eines Unternehmens wichtig ist wird berücksichtigt.


Umgelegt auf den Menschen, heißt das: Ein erfolgreiches Leben führt man nicht nur, wenn man finanziellen Erfolg hat, sondern wenn man ganzheitlich zufrieden und glücklich ist.


Wem das zu wenig wissenschaftlich und konkret war, nachfolgend eine detaillierte Zusammenfassung der Balanced Scorecard.


Die Balanced Scorecard ist ein auf Kennzahlen basierendes Managementsystem. Es wird ermöglicht, das Hotel aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Oft werden Hotels nur sehr einseitig, meist nur aus finanzieller Sicht betrachtet. Die BSC erweitert die Sicht auf das Unternehmen um 3 weitere wichtige Perspektiven. Diese Perspektiven entwickelten sich nicht willkürlich, sondern stellen die Bereiche eines typischen Wertschöpfungsprozesses dar. Für jeden dieser Bereiche werden strategische Ziele, Messgrößen (sprich Kennzahlen), Zielwerte und Maßnahmen entwickelt.


Die 4 Perspektiven sind:

Die Kundenperspektive

Für Hotels bzw. Tourismusbetriebe steht die Kundenzufriedenheit oft an oberster Stelle.

Leitfragen:

  •  Welche Angebote entwickeln wir für unsere Zielgruppe?
  •  Wie sollen wir unseren Kunden gegenüber auftreten, um unsere Visionen zu verwirklichen?


Mitarbeiterperspektive:

Oft auch als Lern- und Entwicklungsperspektive bezeichnet. In der Hotellerie ist es der/die MitarbeiterIn, der/die als LeistungsträgerIn fungiert.

Leitfragen:

  • Wie müssen sich unsere Mitarbeiter entwickeln, damit wir unsere Ziele verwirklichen können?
  • Welche Fähigkeiten müssen wir besitzen bzw. uns aneignen, um unsere Positionierung zu stärken?


Finanzperspektive:

Das Resultat eines gelebten Leitbildes und einer starken Positionierung ist ein wirtschaftlich weitgehend unabhängiges und erfolgreiches Unternehmen.

Leitfragen:

  •  Wie soll der Tourismusbetrieb auftreten, um finanziell erfolgreich zu sein?
  •  Was sind unsere finanziellen Ziele und wie erreichen wir diese? 


Prozessperspektive:

Interne Prozesse des Tourismusbetriebes werden hinsichtlich des Verbesserungspotenzials kritisch beleuchtet.

Leitfragen:

  • Welche Prozesse müssen angepasst bzw. verbessert werden, um unsere Positionierung zu untermauern?
  • Durch welche internen Prozesse erreichen wir unsere Ziele?


Wie ist nun der Ablauf bei der Erstellung einer Balanced Scorecard?

In einem ersten Schritt werden im Rahmen eines Strategieworkshops das Leitbild und das Geschäftsmodell erstellt und dabei strategische Erfolgspositionen definiert. Aus diesen wettbewerbsrelevanten Erfolgspositionen werden Ziele konkretisiert. Im Anschluss daran wird dieses Zielsystem in eine sogenannte „Strategy Map“ übertragen, in der Wirkungszusammenhänge grafisch dargestellt werden.

Erst danach werden Messgrößen, Ist- und Zielwerte bestimmt und strategische Aktionen festgelegt.


Wie lange dauert die Implementierung einer BSC?

In der Regel dauert die Implementierung der Balanced Scorecard (je nach Aufwand) zwischen 3 und 6 Monaten. 


Was sind die Vorteile einer Balanced Scorecard?

  • Alle Maßnahmen orientieren sich somit am Leitbild und die Umsetzung der Unternehmensstrategie wird ganzheitlich gewährleistet. Die Positionierung des Hotels wird dadurch zusätzlich geschärft.
  • Die Balanced Scorecard betrachtet somit nicht nur „harte“, sondern auch „weiche“ – nicht finanzielle Faktoren“ wie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, die gerade in der Hotellerie eine Hauptrolle spielen.
  • Die Balanced Scorecard übersetzt eine Vision/Strategie in konkrete, bearbeitbare Maßnahmen und macht deren Erreichung sichtbar.
  • Die Balanced Scorecard betrachtet das Unternehmen ganzheitlich aus verschiedenen Perspektiven.
  • Die Balanced Scorecard übersetzt die Strategie in Taten. Mitarbeitern und auch Führungskräften gibt die BSC somit eine entscheidende Orientierungshilfe für ihr Handeln. Zu wissen, was und wofür man etwas tut, ist schon sehr viel wert!


Für nähere Auskünfte stehe ich Ihnen gerne persönlich zur Verfügung!

Ihr Martin Tröstl

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